Kleine Narbe, große Wirkung: Für Postbotin Hannelore Kloepper, geboren 1966, begann mit der Bandscheibenprothese in der Lendenwirbelsäule ein neues Leben
Rein ins Auto, raus aus dem Auto, rein ins Auto… über 500 Mal pro Tag steigt Hannelore Kloepper ein und aus – als Postbotin in den Randbezirken von Bonn. Rückenschmerzen sind dabei mehr als hinderlich. „Ich bin immer in Bewegung“, sagt die begeisterte Hobbytänzerin. „Bei der Arbeit habe ich deshalb auch zunächst überhaupt keine Schmerzen gehabt.“ Doch sobald sie zuhause zur Ruhe kam, ging es los: Schon nach fünf Minuten auf der Couch quälten sie starke Beschwerden im Rücken. Die seit 2002 immer stärker werdenden Schmerzen zwangen sie schließlich sogar, ihre Hobbys – Tanzen und Motorrad fahren – aufzugeben. Die verordneten Physiotherapien halfen nicht, ganz im Gegenteil. „Morgens fühlte ich mich steif wie ein Brett“, sagt sie. „Unser Wasserbett haben wir daraufhin verkauft, weil ich darauf absolut nicht mehr liegen konnte.“
Tag für Tag unter Schmerzen
Irgendwann zogen die Schmerzen dann sogar bis in ihr rechtes
Bein hinein. Doch Hannelore Kloepper biss die Zähne zusammen und ging
weiter arbeiten. Als Tabletten und Morphiumpflaster nicht halfen,
versuchte es die Bonnerin auf eigene Kosten mit einer Kryoläsion. Doch
auch die Therapie, bei der Nerven im Rücken vereist werden, änderte
nichts. Die Schmerzen blieben.
Für Bandscheibenprothese geeignet
Im Internet suchte die zweifache Mutter nach weiteren
Behandlungsmöglichkeiten. Sie informierte sich in Foren und studierte
Fachseiten. Man empfahl ihr schließlich die lumbale Bandscheibenprothese
ProDisc-L: „Frau Kloepper erfüllt alle wichtigen Indikationen.“ Alter,
Gewicht, Berufstätigkeit, Art des Schmerzes, keine zusätzlichen
Erkrankungen wie Immunschwäche oder Gefäßerkrankungen – „es gibt
zahlreiche Faktoren, die zum Ausschluss einer künstlichen Bandscheibe
führen. Diese müssen vor der Behandlung abgeklärt werden“, so der
Wirbelsäulenspezialist.
Überrascht über kleine Narbe
Bereits vier Wochen später stand die Operation an. Überrascht
war Hannelore Kloepper nach dem Eingriff vor allem über die kleine
Narbe: „Der Schnitt war nicht größer als fünf oder sechs Zentimeter.
Man sieht fast nichts mehr.“ Mit der künstlichen Bandscheibe fühlte
sich die Bonnerin wie neu geboren. „Als ich aus der Narkose aufwachte,
waren die Schmerzen im Rücken verschwunden – was für eine
Erleichterung!“ Außerdem leide sie seit der Operation nicht mehr unter
Migräneanfällen. Nach dem Eingriff war sie schnell wieder auf den
Beinen: „Bereits nach einer Woche konnte ich schon wieder eine Runde
mit unseren Hunden drehen.“ Es folgten Reha, Krankengymnastik,
Muskelaufbau: In den Wochen nach der Operation machte sich die
Motorradbegeisterte weiter fit. „Ich wollte so schnell wie möglich
wieder arbeiten“, sagt sie. „Nur zuhause zu sitzen, ist absolut nichts
für mich.“ Und auch für ihr Hobby sieht Hannelore gute Chancen: „Ich
werde mir wahrscheinlich wieder ein Motorrad kaufen“, sagt sie
schmunzelnd.